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Schwedische Literatur

Unter schwedischer Literatur versteht man die in schwedischer Sprache geschriebene Literatur, also neben der Literatur aus Schweden – einschließlich der von Einwanderern in Schwedisch geschriebenen – auch die Literatur von den Åland-Inseln und die von Finnlandschweden geschriebene Literatur. Die schwedische Literatur ist ein Teil der skandinavischen Literatur.

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1. Mittelalter und Kalmarer Union 1100–1527
Wenn man von den Runensteinen absieht, die oft nur kurze Inschriften haben, jedoch auf großen Formenreichtum schließen lassen, gehören die Landschaftsgesetze aus dem 13. Jahrhundert zur ältesten Literatur Schwedens. Mit der Verbreitung des Christentums entstand Ende des 13. Jahrhunderts auch eine religiöse Literatur, die Hymnen und Übersetzungen von Teilen der Bibel umfasste. Im 14. Jahrhundert erreichte die höfische Literatur den Süden Schwedens. Drei Ritterromane Eufemiavisor wurden ins Schwedische übersetzt und mit der gereimten, zum Vortrag bestimmten Erikskrönika Erikschronik mit über 4500 Versen entstand eine – durchaus politisch motivierte – Chronik über die Zeit des Machtkampfes von 1250 bis 1319. Die Mitte des 15. Jahrhunderts entstandene gereimte Karlschronik diente offenbar dynastischen Zwecken. Die größte Schriftstellerin des Mittelalters ist aber die heilige Birgitta, die in ihren Himmelska uppenbarelser Himmlischen Offenbarungen, lat. 1492 ihre Visionen schildert und politische und kirchliche Gegner angreift. Einer Erwähnung wert sind auch die allgemeinnordischen Balladen, die als Volksepen lange fortlebten, aber erst im 19. Jahrhundert aufgezeichnet wurden und die Volkstradition bis in das 20. Jahrhundert beeinflussten.

2. Reformation und Großmachtszeit 1527–1721
Bis zum Beginn der Reformationszeit wurde der Grundstein für eine einheitliche schwedische Sprache gelegt. 1541 erschien die hauptsächlich von Olaus Petri neuübersetzte Gustav-Wasa-Bibel, die mit kleineren Änderungen bis 1917 herausgegeben wurde. Die religiöse Literatur im Gefolge der Reformation dominierte den gesamten Zeitraum. Die Etablierung der neuen Lehre hatte dabei Vorrang vor ästhetischen Fragestellungen. Weltliche und neuhumanistische Texte wurden noch längere Zeit in lateinischer Sprache verfasst. Johannes Magnus 1488–1544, Erzbischof von Uppsala, schrieb im Exil die Historia de omnibus Gothorum Sveonumque regibus erschienen 1554, von der 1620 eine schwedische Übersetzung herauskommt. Dieses Werk postuliert eine Beziehung zwischen den ersten Geschlechtern nach der Sintflut und der Expansion des Gotenreichs entlang der Ostseeküste. Dieses "gotizistische" oder "götizistische" Bild wird später als heroisches schwedisches Selbstbild die Großmachtzeit prägen.
Erst im 17. Jahrhundert hielt die Renaissanceliteratur ihren Einzug in Schweden. Ihr Hauptvertreter war Lars Wivallius, einer der größten Hochstapler des Jahrhunderts. Seine Gedichte greifen den volkstümlichen Knittelvers auf und sind von Freiheits- und Naturliebe geprägt. Georg Stiernhielm dagegen versuchte, eine schwedische Dichtung durch Nachahmung der Antike zu begründen. Sein Hexameter-Epos Hercules 1658 beeinflusste eine Reihe von Nachfolgern. Skogekär Bergbo schrieb in Wenerid erschienen 1680, verfasst vor 1650 Sonette in Petrarcas Nachfolge. Ab den 1670er-Jahren erreichte die Barockdichtung ihren Höhepunkt. Zahlreiche Kirchenlieder sowie Gelegenheitspoeme für Hochzeiten und Beerdigungen geben einer burlesken Lebensfreude, aber auch der Todesangst Ausdruck.

3. Klassizismus, Aufklärung und Vorromantik 1721–1809
Auch in der Folgezeit blieb die Literatur eng mit der politischen Entwicklung verknüpft, so dass man für die literarischen Epochen auch historische Begriffe verwendete. So hieß die mit dem Verlust der Großmachtstellung verbundene Zeit von Beginn der Epoche bis 1772 auch die "Freiheitszeit" ; sie war durch eine Verfassungsreform von 1719/23, eine steigende Bedeutung des Reichstags sowie durch Schulreformen und die relativ freie Entwicklung der Presse gekennzeichnet, endete jedoch in einer Verfassungs- und Finanzkrise. Die folgenden "Gustavianische Zeit" war durch die Restauration eines aufgeklärten Absolutismus durch Gustav III. 1772–92 gekennzeichnet.
1732 wurde die erste Nummer der ersten Moralischen Wochenzeitschrift Schwedens, Then Swänska Argus, publiziert. Herausgeber war Olof von Dalin, der sich mit der Wochenzeitung vorwiegend an ein bürgerliches Publikum wandte. Dalin, dessen Dichtung ganz unter dem Einfluss des aus Frankreich kommenden Klassizismus stand, machte eine glänzende Karriere als Hofdichter. Unter den Zeitgenossen Dalins sticht Hedvig Charlotta Nordenflycht hervor, die auch seine stärkste Konkurrentin war. Ihre Lyrik ist teils persönlicher und gefühlvoller, teils geprägt von dem Kampf um die intellektuellen Rechte der Frauen.
Einen Platz für sich nimmt der Bänkelsänger Carl Michael Bellman ein, der mit seinen Liedersammlungen Fredmans epistlar Fredmans Episteln und Fredmans sånger Fredmans Lieder eine einzigartige Kombination von Text und Musik vorlegte, die lange fortlebte.
Die zwei prominentesten Vertreter der Aufklärung sind Johan Henric Kellgren und seine Nachfolgerin Anna Maria Lenngren. Beide erreichten ein großes Publikum als Mitarbeiter der Zeitung Stockholms Posten, dem Organ der Aufklärung. Vor allem Kellgren verteidigte die Aufklärung gegenüber den von Ossian, Rousseau und dem jungen Goethe beeinflussten Vorromantikern wie Thomas Thorild und Bengt Lidner.

4. Romantik und Realismus 1809–1870
1810 erschienen zwei Literaturzeitschriften, Polyfem in Stockholm und Phosphoros in Uppsala, die sich gegen den Klassizismus im Umkreis der Schwedischen Akademie richteten und der Romantik zum Durchbruch verhalfen. Per Daniel Amadeus Atterbom aus der Uppsala-Gruppe wurde zu einem der wichtigsten Vertreter der Romantik. Atterboms Freund und Professorskollege Erik Gustaf Geijer sowie nach ihm Esaias Tegnér waren Vertreter einer Nationalromantik, die in der Geschichte nach dem Altnordischen suchte. Geijer führte in seinem Gedicht Vikingen die Figur des Wikingers in die Literatur ein, der ein Vorbild für Tegnérs Frithiofs saga und eine Reihe von späteren Werken wurde. Der größte Lyriker der Romantik ist Erik Johan Stagnelius, der bereits dreißigjährig starb und dessen Bedeutung erst allmählich nach seinem Tode erkannt wurde. Während der Romantik erschienen auch die ersten Romane. Hier ist vor allem Carl Jonas Love Almqvist und sein Roman Drottningens juvelsmycke Die Juwelen der Königin zu nennen.
Almqvist publizierte fünf Jahre später, 1839, den Roman Det går an dt. Die Woche mit Sara, der die Institution der Ehe in Frage stellt und ein Paar schildert, dass ohne kirchliche Segnung zusammenlebt. Dieser Roman, der zum Abbruch von Almqvists Beamtenkarriere führte, ist ein Beispiel für die literarische Wende zum Realismus, der gesellschaftliche Fragen literarisch beleuchtete. Die erfolgreichsten Romanautoren dieser Zeit waren drei Frauen: Fredrika Bremer, Sophie von Knorring und Emilie Flygare-Carlén, wovon vor allem die erste durch ihre Arbeiten wie z. B. im Roman Hertha den Emanzipationsbestrebungen der Frauen ein Zeichen setzte. Die Epoche schloss Viktor Rydberg ab, dessen Literatur ein Bekenntnis zu den Ideen der Französischen Revolution und des Liberalismus ist. Sein Roman Den siste Athenaren Der letzte Athener enthält eine starke Kritik am dogmatischen Christentum.
Zu den bedeutendsten Lyrikern des mittleren und späten 19. Jahrhunderts gehörten Carl Snoilsky und der Finnlandschwede Johan Ludvig Runeberg, dessen Gedichtsammlung Fähnrich Stahl heute noch populär ist. Sie wendeten sich von der Romantik ab und strebten nach einem neuen, realistischen Stil.

5. Naturalismus und Jahrhundertwende 1870–1914
August Strindberg und Selma Lagerlöf sind die beiden herausragenden Schriftsteller dieses Zeitraums. Strindberg erreichte 1879 mit dem Roman Röda rummet Das rote Zimmer seinen Durchbruch. Er schrieb in der Folge eine Reihe kleinerer Werke und wandte sich dann dem Theater zu. Mit Fadren Der Vater 1887 und Fröken Julie Fräulein Julie 1888 erreichte er ein internationales Publikum, wie auch mit seinen späteren, symbolistischen Werken Ett drömspel Ein Traumspiel 1902 und Spöksonaten Die Gespenstersonate 1907. Die Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf trat mit dem Roman Gösta Berlings saga Gösta Berling 1891 an die Öffentlichkeit. Nils Holgerssons underbara resa genom Sverige Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden 1906–1907 wurde als heimatkundliches Schulbuch konzipiert und ist ein Spiel mit der Geographie. Ebenfalls für die Schule gedacht war Verner von Heidenstams historisches Lesebuch Svenskarna och deras hövdingar dt. Die Schweden und ihre Häuptlinge, das zwei Jahre später erschien. Verner von Heidenstam war zusammen mit Gustaf Fröding einer der wichtigsten Lyriker der 90er Jahre; er beeinflusste auch die neuromantische Lyrik von Erik Axel Karlfeldt.
Das fin-de-siècle repräsentiert Hjalmar Söderberg, dessen Werke von einer pessimistischen Menschensicht, aber einer stilistischen Brillanz geprägt sind. Seine Helden sind desillusionierte Tagediebe. Förvillelser dt. Verwirrung 1895 ist sein Erstlingsroman, Doktor Glas dt. Doktor Glas sein erstes Meisterwerk und ein veritabler Skandal und Den allvarsamma leken dt. Das ernste Spiel 1912 einer der klassischen Liebesromane der schwedischen Literatur.
Der führende Lyriker dieser Zeit war Vilhelm Ekelund, Symbolist und Modernist.

6. Die Zeit der beiden Weltkriege und dazwischen 1914–1945
Die Literatur nach 1914 widmete sich stärker gesellschaftlichen und psychologischen Fragen als die Vorgänger. Arbeiterliteratur und eine kritische Schilderung des Bürgertums gründeten sich auf eigene Erfahrungen und waren in den 1920er und 1930er Jahren autobiographisch geprägt. Sigfrid Siwertz, Elin Wägner und Hjalmar Bergman schildern das zeitgenössische Schweden im Umbruch von der Agrar- zur Industriegesellschaft. Sigfrid Siwertz beschreibt in seinem Familienroman Selambs Die Selambs Formen von asozialem Egoismus, Elin Wägner die moderne berufstätige Frau in Norrtullsligan dt. Die Nordzollliga und den Kampf für das Frauenwahlrecht in Pennskaftet Der Federhalter, Hjalmar Bergman die enge bürgerliche Gesellschaft der schwedischen Kleinstadt, etwa in Makurells in Wadköping dt. Makurell. Autoren aus der Arbeiter- und Kleinbauernklasse, meistens Autodidakten, schildern in autobiographisch geprägten Romanen die soziale Misere dieser Schichten. Zu ihnen zählen Vilhelm Moberg, der den Kampf des Kleinbauern gegen die neue Zeit schildert, aber vor allem für seinen Auswandererzyklus, Utvandrarna dt. Die Auswanderer, Invandrarna dt. In der neuen Welt, Nybyggarna dt. Die Siedler und Sista brevet till Sverige dt. Der letzte Brief nach Schweden berühmt geworden ist, Ivar Lo-Johansson und Jan Fridegård, die das düstere Leben der Kleinpächter schildern, wie in Godnatt, jord dt. Gute Nacht, Erde von Lo-Johansson, und Moa Martinson, die den harten Alltag von Fabrikarbeiterinnen beschreibt. Martin Koch verstand sich explizit als Proletärförfattare Arbeiterschriftsteller.
Moderne Lyrik mit Einflüssen aus dem Expressionismus, Futurismus und Surrealismus schrieben Pär Lagerkvist – Ångest dt. Angst kennzeichnet den Beginn moderner Lyrik in Schweden – Birger Sjöberg, der zuvor mit seinen idyllischen und populären Fridas visor Fridas Lieder bekannt geworden war, Hjalmar Gullberg, Artur Lundkvist und Harry Martinson. Die beiden letzteren waren auch Autoren der Gedichtsammlung Fem unga Fünf Junge, die 1929 herauskam und der Literatengruppe ihren Namen gab. Ihnen schlossen sich weitere Lyriker an, wie Karin Boye, deren Gedichte von Sozialismus und Psychoanalyse geprägt waren und Gunnar Ekelöf, der radikalste der Modernen. Avantgardistische Impulse kamen auch von den Autoren des finnlandschwedischen Modernismus.
Die politische Entwicklung in Deutschland hinterließ ihre Spuren auch in der schwedischen Literatur. Unter dem Eindruck des Nationalsozialismus schrieb Pär Lagerkvist die Romane Bödeln dt. Der Henker 1933 und Dvärgen dt. Der Zwerg 1944, die das menschliche Böse entlarven, Karin Boye den Zukunftsroman Kallocain dt. Kallocain 1940 und Eyvind Johnson bezog in seinem Krillon -Zyklus Stellung gegen den Nationalsozialismus.

7. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg 1945–1995
In den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der eigentliche Durchbruch der Moderne in der schwedischen Literatur. Existentielle Fragen wurden nun – vor allem in der Lyrik – in experimenteller, teils chaotischer Form abgehandelt. Erik Lindegren, Karl Vennberg, Werner Aspenström, Elsa Grave und Rut Hillarp gehören zu dieser Generation von Schriftstellern. Lars Forssell und Tomas Tranströmer konnten in ihrer Lyrik aus den Landgewinnen der Moderne Nutzen ziehen. Vertreter für die Prosa der unmittelbaren Nachkriegszeit sind Lars Ahlin, ein Ideendichter, der einer antinaturalistischen Ästhetik folgt, und Stig Dagerman, dessen Romane um Schuld und Angst kreisen. Inmitten allen Experimentierens lebte aber auch der realistische Roman fort. Dessen Vertreter sind u. a. Sara Lidman, die das kleinbäuerliche Leben in Norrland in ihrem Erstling Tjärdalen dt. Der Teermeiler 1953 schildert, und Per Anders Fogelström mit seinen Schilderungen der Großstadt, etwa in Sommaren med Monika dt. Die Zeit mit Monika 1951.
Mitte der 60er Jahre kam es zu einer Wende in der schwedischen Literatur. Ein neues welt-politisches Bewusstsein forderte eine gesellschaftskritische Literatur. Der sozialdokumentarische Roman und nichtfiktionale Texte wie Berichte und Reportagen erlebten ihren Höhepunkt. Per Olof Sundman verfasste Romane über Menschen in Grenzsituationen in dokumentarischem Stil. Per Olov Enquist schrieb den Dokumentarroman Legionärerna dt. Die Ausgelieferten über die Ausweisung der Balten aus Schweden in die Sowjetunion. Jan Myrdal legt einen Rapport från en kinesisk by "Bericht aus einem chinesischen Dorf" vor. Auch andere Schriftsteller wie Pär Westberg und Sara Lidman schrieben über die Zustände in der Welt außerhalb von Schweden. Am Beginn der 70er Jahre wurden zunehmend gesellschaftliche und innenpolitische Fragen aktualisiert, vor allem die Frauenfrage, z. B. durch Gun-Britt Sundström in För Lydia "Für Lydia" und Inger Alfvén in Dotter till en dotter "Tochter einer Tochter".
In den 70er Jahren trat der epische Roman wieder in den Vordergrund. In Romanzyklen wurden unterschiedliche Regionen im Umbruch zwischen Alt und Neu geschildert. Sven Delblanc schildert in seiner Hedebysvit Hedebyzyklus das bäuerliche Sörmland, Kerstin Ekmans Häxringarna 1974; dt. Hexenringe leitet den Zyklus über das Södermanland des ausgehenden 19. Jahrhunderts ein und Sara Lidman kehrt mit ihrem fünfteiligen Jernbaneepos "Eisenbahnepos" über die Kolonisierung Västerbottens im 19. Jahrhundert literarisch in ihre Heimat zurück. Auch Göran Tunström schildert in den Romanen Prästungen 1976; dt. Das Kind des Priesters und Juloratoriet 1983; dt. Solveigs Vermächtnis seine Heimat Värmland. Klas Östergren beobachtet vor dem Hintergrund des gefährdeten sozialdemokratische Gesellschaftsidylls den Alltag teils exzentrischer, teils scheiternder Menschen, wobei Themen von Strindberg anklingen. Er wurde zum meistgelesenen Autor Schwedens; seit 1996 schreibt er auch Drehbücher.
Stig Larsson trat in den 1980er Jahren mit einer postmodernistischen Prosa an die Öffentlichkeit, etwa im Roman Autisterna dt. Die Autisten. Die epische Erzähltradition wird etwa durch Torgny Lindgren sowie den Strindberg-Biographen Per Olov Enquist fortgesetzt.
Eigenwillig und oft schwer verständlich ist das lyrische Werk der Dichterin und Dramatikerin Katarina Frostenson. Lars Norén wurde mit seinem Familiendrama Modet att döda "Mut zu töten" 1980 zum bedeutendsten Dramatiker der kommenden Jahrzehnte. Er schrieb 40 Stücke sowie zahlreiche Fernsehspiele und Hörspiele und leitete als Nachfolger Ingmar Bergmans bis 2012 das Schwedische Nationaltheater sowie außerdem das Reichstheater ein Tourneetheater. Als Lyriker sind auch Tobias Berggren und Birgitta Lillpers zu erwähnen.

8. Gegenwart
Auch die Gegenwart ist durch eine Hinwendung zum epischen – gelegentlich etwas ausschweifenden – Erzählen gekennzeichnet. Kerstin Ekmann veröffentlichte 1999 mit Guds barmhärtighet den ersten Band der 2003 abgeschlossenen Trilogie Vargskinnet dt. Der Wolfspelz. 2009 publizierte Jonas Jonasson seinen ersten Roman unter dem Originaltitel Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann. Im Jahr 2010 war es das meistverkaufte Buch in Schweden. Die Übersetzungsrechte wurden in 35 Länder verkauft Stand Juli 2013. In Deutschland erschien das Buch im August 2011 unter dem Titel Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand, erreichte im September 2011 die Top 10 und Anfang 2012 die Spitze der Spiegel-Bestsellerliste. Elf Monate nach dem Verkaufsstart waren in Deutschland schon mehr als eine Million Exemplare verkauft worden. Aufsehen erregte auch Den siste Greken von Aris Fioretos 2009; dt.: Der letzte Grieche, 2011, der auch Gastprofessor in Berlin war und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ist. In Die halbe Sonne dt. 2013 erzählt er die Geschichte seines griechischen Vaters rückwärts von der Pflegestation bis zu seinem Exil unter der Militärdiktatur.

9. Kriminalliteratur
Der schwedische Kriminalroman war bis zum Zweiten Weltkrieg stark von ausländischen Vorbildern beeinflusst. Erst danach bezieht sich der Kriminalroman auf ein genuin schwedisches Milieu. In den Sechzigern leiten Maj Sjöwall und Per Wahlöö eine Zusammenarbeit ein, die im international erfolgreichen zehnbändigen Zyklus Roman om ett brott Roman über ein Verbrechen resultiert. Deren Romane haben auch eine deutliche politische Dimension. In weiterer Folge widmeten sich mehr und mehr Schriftsteller dem Kriminalroman. Mit dem Schwedischen Krimipreis zeichnet seit 1971 jährlich die Svenska Deckarakademin das jeweils beste schwedischsprachige Werk in verschiedenen Kategorien aus. Internationalen Erfolg hatten Henning Mankell, der zweimal mit dem Krimipreis ausgezeichnet wurde Mörder ohne Gesicht 1991, Die falsche Fährte 1995) und dessen Romane auch vielfach verfilmt wurden, und Stieg Larsson mit seinen drei Romanen Män som hatar kvinnor, Flickan som lekte med elden und Luftslottet som sprängdes. Håkan Nesser, der durch seine Romane um die Figuren der Inspektoren Van Veeteren mehrfach verfilmt und Barbarotti sowie durch zehn andere Romane bekannt wurde, erhielt den schwedischen Krimipreis dreimal. Auch die Romane des Autorenduos Erik Axl Sund mit der Trilogie Kråkflickan 2010, dt. Titel: "Krähenmädchen", Hungerelden 2011, dt. Titel: "Narbenkind" und Pythians anvisningar: 2012, dt. Titel: "Schattenschrei" wurden in mehrere Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. Sehr bekannt – auch außerhalb von Schweden – wurden einige Krimischriftstellerinnen, namentlich Camilla Läckberg, Åsa Larsson, Liza Marklund und Viveca Sten.

10. Kinderliteratur
Die erste Blütezeit der schwedischen Kinderliteratur ist um 1900. Elsa Beskow, Anna Maria Roos und Anna Wahlenberg sind deren wichtigste Vertreterinnen. 1945 gelang Astrid Lindgren mit Pippi Långstrump dt. Pippi Langstrumpf der Durchbruch. Mit Pippi Långstrump, die Konventionen und Autoritäten die Stirn bietet, befreite Astrid Lindgren die Kinderliteratur von der Last eines einengenden Moralismus. Sie griff in ihrer Kinderliteratur oft auch existentielle Fragen auf, wie Leben und Tod in Bröderna Lejonhjärta dt. Die Brüder Löwenherz, Mut und Angst in Mio, min Mio dt. Mio, mein Mio, den Generationenkonflikt in Ronja Rövardotter dt. Ronja Räubertochter u. a. Weitere Erneuerer in den folgenden Jahrzehnten sind unter anderem Maria Gripe, Gunnel Linde, Inge und Lasse Sandberg, Sven Nordqvist Pettersson und Findus und Moni Brännström Tsatsiki-Tsatsiki.

11. Literaturpreise
Die 1786 gegründete Schwedische Akademie vergibt jährlich den Nobelpreis für Literatur und den Nordischen Preis. Die Stiftung Samfundet De Nio vergibt mehrere Literaturpreise, darunter den nach dem Lyriker Karl Vennberg benannten Preis.
Den Nordischen Preis erhielt 2014 der schwedische Schriftsteller und Philosoph Lars Gustafsson und 2018 die schwedische Schriftstellerin und Dramatikerin Agneta Pleijel.
Schwedische Literaturnobelpreisträger waren
Pär Lagerkvist 1951
Eyvind Johnson und Harry Martinson 1974
Verner von Heidenstam 1916
Erik Axel Karlfeldt 1931
Tomas Tranströmer 2011
Selma Lagerlöf 1909

Zeitschrift

Unter den Printmedien bezeichnen Zeitschriften solche Periodika, die in regelmäßigen Abständen – meist wöchentlich, 14-täglich oder monatlich – in gleicher E...

Buch

Ein Buch ist nach traditionellem Verständnis eine Sammlung von bedruckten, beschriebenen, bemalten oder auch leeren Blättern aus Papier oder anderen geeignet...

Roman

Roman bezeichnet: Roman eine literarische Gattung der Dialekt des Romani in Österreich, siehe Burgenlandroma 2516 Roman Asteroid des inneren Hauptgürtels Rom...

Novelle

Eine Novelle ist eine kürzere Erzählung in Prosaform. Als Gattung lässt sie sich nur schwer definieren und oft nur ex negativo von anderen Textsorten abgrenz...

Literaturgeschichte

Der Begriff Literaturgeschichte hatte bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Bedeutung "Berichte aus der gelehrten Welt" und wurde seit etwa 1830 neu definiert a...

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Das Wort Zeitung war ursprünglich der Begriff für eine beliebige Nachricht, seine Bedeutung hat sich jedoch im Laufe des 18. Jahrhunderts geändert. Heute ver...

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Die australische Literatur begann kurz nach der Besiedelung des Kontinents durch die Europäer. Die populären Werke der Frühzeit gehörten meistens zur "rippin...

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