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Zarz

Die Sprachinsel umfasste die Dörfer Unterzarz Spodnja Sorica und Oberzarz Zgornja Sorica, ca. 880 m über dem Meeresspiegel am Oberlauf der Selzacher Zeier Selška Sora, Deutschgereuth bzw. Deutsch Gereuth Nemški Rovt in Wochein, die im Quellgebiet der Save liegen, sowie Deutschruth an der Fetsche Bača bzw. Baška grapa, einem Nebenfluss der Sontig Soča.

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1. Geschichte der Sprachinsel
Historisch begann sich das Gebiet von Sorica lat. Offitum Zaevritz im frühen Mittelalter zu entwickeln, unter bayerisches Freisinger Herrschaft. Der deutsche Kaiser Oton II. hat zu dem Bischof Abraham von Freising im Jahr 973 einen großen Teil des Territoriums in Krain geschenkt. Einige Jahrhunderte zuvor, hatten den Bischöfen von Freising auch das Gebiet des oberen Teils des Hochpustertal in Tirol bekommen. Herzog von Bayern Tasilo III. hatte in dem Jahr 769 dem Bischof Aton von Freising damals Aton von Scharnitz das Recht über des Gebiets zwischen Gesiesrebach und Erlbach gegeben zur Errichtung eines Benediktinerklosters in der Stadt Innichen it. San Candido. Weil das Gebiet von Innichen zu dieser Zeit noch weitgehend unbewohnt war, waren die Bayrischen Bischöfen, die erste die Ansiedlung systematisch förderten.
Wegen des Bevölkerungswachstums hat Bischof Emiho von Freising am Ende des 13. Jahrhunderts genau im Jahr 1283 den Siedlern von Innichen neues Land auf dem Territorium von Zarz geschenkt. Eine Urbariumzeichnung in den mittelalterlichen Urbariumbüchern von Bischoflack aus dem Jahr 1291 zeigt die Errichtung von 20 neu Bauernhöfen in Zarz in diesem Zeit Zu Nidern genannt und im Dorf Danje de. Niderhueben. Weitere Urbarium Bücher aus den Jahren 1318, 1492 und 1501 zeigen auch die Besiedlung Won anderer Dörfer in Zarz Umgebung: Im Tall, Oberhueben, Zum Troy, Vndern Hohenegkh, Am Thoregkh, Im Ebendlein, Am Prietagkh und Mihelstall Stuben.
Die Besiedlung des Gebiets durch bairisch sprechende Bauern aus dem Hochpustertal um Innichen Tirol erfolgte um 1200, mehr als hundert Jahre vor der Besiedlung der Gottschee. Dies hing damit zusammen, dass der Bischof von Freising sowohl im Hochpustertal als auch im Gebiet von Bischoflack Besitzungen hatte. Die umgebenden Gebiete waren und blieben dagegen nahezu rein slowenischsprachig.
Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde in Zarz ein altertümlicher Dialekt des Pustertals gesprochen. Trotz der deutschen Amtssprache in Österreich ging der Gebrauch des Deutschen in Zarz angesichts der enger werdenden Beziehungen mit der slowenischsprachigen Umgebung im Laufe des 19. Jahrhunderts zurück. Die Volkszählung 1918, noch in Österreich-Ungarn, wies Zarz bereits als rein slowenischsprachig aus. Aus Huben Spodnje Danje wird 1941 berichtet, es sei noch eine Mischsprache mit deutschem Vokabular und slowenischer Grammatik gesprochen worden. Bei dem Wortschatz soll es sich zu 80 % um "Altpustertaler Gut" gehandelt haben.
Da das Slowenische 1945 bereits von allen Bewohnern von Zarz gesprochen wurde, waren diese nicht von der Vertreibung der deutschen Minderheit im Rahmen der AVNOJ-Beschlüsse betroffen. Deutsche Bergnamen und andere geographische Namen z. B. Driselpoh sind bis heute in Gebrauch, ebenso Haus- und Familiennamen.